Eine stilvolle Hommage an die Modelegende


Yves Saint Laurent gilt als einer größten Designer des 20. Jahrhunderts. Seit den Sechzigern revolutionierte der Franzose die Mode, weltweit liebten Frauen seinen Look. Den Erfolg im Beruf aber musste der Modeschöpfer mit einem hohen Preis bezahlen. Jetzt kommt sein bewegtes Leben zwischen Catwalk und Kokain in die Kinos.

Sehen Sie hier erste Eindrücke aus dem Porträt der Modelegende: 




Immer am Rande des Nervenzusammenbruchs, genial und verzweifelt: Seine Kreativität war für Yves Saint Laurent (1936-2008) Zeit seines Lebens Fluch und Segen zugleich. So sehr er seine eigene Mode kreieren und zeigen wollte, so sehr fürchtete er sich vor dem Versagen, vor der öffentlichen Meinung. Alkohol und Drogen sollten Saint Laurent in seiner Karriere über diese Ängste hinweghelfen. Immer an seiner Seite: sein geliebter Pierre Bergé, der ihm beruflich und privat seit 1958 bis zum Tod von Saint Laurent 2008 zur Seite stand. Ohne Bergés Geschäftssinn hätte es nie das Modehaus Yves Saint Laurent gegeben, das sagt er auch selbst: „In der Arbeit kann ich alles, im Leben nichts.“

Die Geschichte ihrer unerschütterlichen Liebe steht im Mittelpunkt des Films, erzählt aus der Ich-Perspektive von Bergé. Der Film beginnt 1957 und endet 1976, seit 1958 waren die zwei ein Paar. Beide Darsteller sind brillant besetzt. Guillaume Gallienne als Bergé bietet mit sparsamen Gesten und besorgtem Blick all den Raum, den sein Partner braucht, während Pierre Niney den unsicheren Modeschöpfer sehr überzeugend verkörpert – die linkischen Verbeugungen nach der Modenschau, das schüchterne Zwinkern hinter der dicken Hornbrille, seine innerliche Zerrissenheit – das allein schon macht den Film zu einem Erlebnis.

„Mode ist vergänglich. Stil ewig”, Yves Saint Laurent

 

Die zweite sehenswerte Hauptrolle spielt die opulente Optik des Films. Viele Szenen wurden an Originalschauplätzen gedreht: in dem Atelier, in dem der Designer seit 1974 arbeitete, in Majorelle, seiner Villa in Marokko, sowie im alten Hotel Intercontinental (heute das Westin) in Paris, wo Saint Laurent jedes Jahr seine Kollektionen zeigte.

 

Vom Beginn des Films im Jahr 1957 bis zum Ende 1976 wird jede Dekade mit stilvoller Genauigkeit dargestellt: die Farben der Bilder passen sich der jeweiligen Mode an, die Kostüme, die Frisuren und die Dekoration bilden sorgfältig die jeweilige Zeit nach. Für die Modenschauen kamen sogar die Originalmodelle von Yves Saint Laurent zum Einsatz: Die Stiftung des Modehauses stellte sie dem Regisseur Jalil Lespert für die Dreharbeiten zur Verfügung. Aber unter strengen Auflagen, wie er sagt: „Die Mädchen durften die Kleider höchstens zwei Stunden am Stück tragen, dann mussten sie sie wieder ausziehen, um Abrieb und Schweißbildung zu vermeiden. Es handelt sich ja um Kleider, die von der Saint-Laurent-Stiftung aufbewahrt werden, die normalerweise nicht getragen, sondern ausschließlich bei Ausstellungen gezeigt werden. Der Film verdankt der Kostümbildnerin Madeline Fontaine unendlich viel, sie hat großartige Arbeit geleistet.“

 

Der Film „Yves Saint Laurent“ erzählt auch viel vom Privatleben des Designers, neben psychischen Krisen verschweigt er nicht seine Seitensprünge und Party-Exzesse. Aber er bleibt dabei mit seinen ruhigen Bildern immer in einer Eleganz, die dem Modeschöpfer sicher gefallen hätte.  


Bilder und Video: Copyright Square One/Universum