Bei XUITS finden Sie Hunderte von Stoffen für Ihre Maßanzüge. Die meisten sind aus Wolle, aber auch Baumwolle, Seide, Leinen und Mischgewebe stehen zur Auswahl.

Nicht nur der Rohstoff, auch Webart und Verarbeitung bestimmen die Eigenschaften eines Stoffs. Lesen Sie hier, was ein Twill ist, wofür man Flanelle verwendet und warum man in Tweed auf die Jagd gehen kann.


Kammgarn oder Streichgarn?

 

Alle Wollstoffe können in eine der beiden Kategorien eingeteilt werden. Die Faustregel lautet: Die längeren Fasern der Wolle werden zu Kammgarn verarbeitet, die kürzeren zu Streichgarn. Ohne hier auf die Einzelheiten der Herstellung einzugehen, erkennen Sie leicht am Aussehen, um welche Sorte es sich handelt.

 

Streichgarne ergeben voluminöse, weiche Stoffe, bei denen man meist das Webbild nicht genau erkennt. Sie sind weniger strapazierfähig als die Kammgarne, aber wärmender und mit flauschigem Griff. Sie sind matt, haarig, manchmal kratzig, elastisch und durch den Lufteinschluss leichter als Kammgarn. Die wichtigsten Sorten: Flanell, Tweed, Shetland, Loden.

 

Im Gegensatz dazu zeigen Kammgarne eine glatte, gleichmäßige Oberfläche mit trockenem Griff, sie sind reißfester, aber nicht so voluminös und wärmend wie Streichgarne. Sie können einen leichten Glanz haben, tragen sich angenehmer auf der Haut, weil sie nicht so kratzen. Die wichtigsten Sorten: Gabardine, Twill, Tropical, Fresko.

 

 

Die wichtigsten Stoffe für Maßanzug, Maßmantel und Sakko nach Maß:

 

SCHURWOLLE SUPER 100

Anzugstoffe aus Schurwolle werden häufig mit einer Super-Zahl ausgezeichnet. Früher konnte man daran erkennen, auf wie viele Zentimeter ein Gramm des Garns ausgesponnen werden kann (Super 100 entsprach einem Meter Garn), aber dieses Verhältnis stimmt heute nicht mehr. Immer noch gilt: Je höher die Zahl, desto feiner, leichter – aber auch anfälliger – ist das Material. Deshalb: Mit Super 100 bis 130 liegen Sie für den Alltag meist richtig.

 

Flanell für Mäntel nach Maß

FLANELL

Dieser Stoff macht sich eine besondere Eigenschaft der Wolle zu eigen: ihre Neigung zum Verfilzen. Wärme und Reibung, gezielt angewendet, lassen die Schuppen der Wollhaare miteinander verhaken. Nach dem anschließenden Aufrauen entsteht eine geschlossene Oberfläche, der man die Webstruktur nicht mehr ansieht. Die Vorteile: Durch den hohen Lufteinschluss wärmt Flanell gut auch bei verhältnismäßig geringem Gewicht, er fühlt sich sehr weich an und knittert wenig. Leichtere Flanellqualitäten eignen sich bestens für Business- und Freizeitanzüge – graue Flanellhosen zum Blazer sind ein Klassiker. Nur bei festlichen Gelegenheiten sollten Sie Ihre Flanellgarderobe daheim lassen.

CORD

Meist aus reiner Baumwolle hergestellt, gehört der Stoff mit den flauschigen Längsrippen streng genommen zur Freizeitbekleidung – auch wenn Generationen von Lehrern diese Regel ausgiebig ignorieren. Je nach Breite der Rippen unterscheidet man ihn in Breit-, Fein- oder Babycord. Allen gemein ist der hohe Tragekomfort: Cord ist weich, anschmiegsam und maschinenwaschbar (aber Vorsicht bei gefütterten Jacketts!). Einen Anzug aus Cord sollten Sie hin und wieder aufbügeln lassen, er bekommt leicht Tragefalten.

 

SAMT

In den Sechziger- und Siebzigerjahren waren Samtjacketts der Inbegriff von schickem Ausgeh-Look, auch Smokings aus Samt kommen seither regelmäßig in Mode. Aus Baumwolle, seltener Viskose oder Seide, hat das Material dank seiner plüschigen Oberfläche einen feinen Glanz – wodurch auch etwaige Knitterfalten schnell sichtbar werden. Und auffällig sind Samtmodelle sowieso: Sie sollten einen gewissen Hang zur Extrovertiertheit mitbringen, wenn Sie ihren Auftritt in Samt genießen wollen.

 

MOLESKIN

Übersetzt heißt Moleskin Maulwurfsfell – der Name liefert die Idee, wie sich dieses Material anfühlt. Hergestellt wird es aus dicht gewebter Baumwolle, die dann aufgerauht wird. Dadurch entsteht ein robustes Gewebe mit samtiger Oberfläche. Durch das baumwolltypische Knittern wirkt Moleskin recht sportlich und eignet sich eher für Freizeithosen und -anzüge.

 

Cavalry TwilCAVALRY TWILL

Seinen militärischen Ursprung hat der Cavalry Twill zwar abgelegt, aber einen schneidigen Eindruck kann man damit immer noch machen. Wenn man genau hinschaut, erinnert die Struktur dieses Materials mit seinen schrägen Rippen an Denim. Aus reiner Schurwolle ist das Gewebe mit Köperbindung (siehe Hemdenstoffe) besonders dicht gewebt und dadurch strapazierfähig und elastisch – ideal also für sportliche Sakkos, Hosen und Mäntel nach Maß.

 



WHIPCORDWhipcord

Zum Kuscheln eignet sich dieser elegant schimmernde Wollstoff weniger, was die deutsche Übersetzung „Peitschenschnur“ schon ahnen lässt. Auch mit flauschigem Cord hat er nicht viel gemein. Wie bei einer Jeans erkennen Sie eine schräg verlaufende Rippstruktur; ähnlich dem Gabardine hat der Whipcord einen trockenen Griff und ein geringes Volumen. Ursprünglich eingesetzt für strapazierfähige Arbeitskleidung und Uniformen, macht der Whipcord jetzt auch in der Business-Kleidung einen sehr guten Eindruck.

 

TWEED

Sammelbegriff für grobe Wollstoffe in Handweboptik, ursprünglich von den britischen Inseln. Die Schafe, die für den Tweed ihr Haarkleid lassen, leben in unwirtlichen Gegenden, auf den schottischen Inseln und im Hochland. Um gegen Wind und Wetter gewappnet zu sein, brauchen die Tiere ein dickes Fell – das ideale Material für diese rustikalen Wollstoffe. Dementsprechend informell sehen die Sakkos, Jacken und Mäntel daraus aus: Ursprünglich für die Jagd oder den Sport gedacht, werden sie noch heute in der Freizeit oder in Branchen ohne strengen Dresscode getragen. Ihre optimale Umgebung ist die frische Luft, das Kaminzimmer oder ein zugiges Schloss – für ein Büro mit Zentralheizung eignen sie sich weniger.

 

Harris TweedHARRIS TWEED

Ein Stoff mit Echtheitszertifikat: Nur reine Schurwolle, die auf den Äußeren Hebriden gefärbt und von Hand gewebt wurde, darf das Siegel Harris Tweed tragen. Auf den schottischen Inseln Lewis, Harris, Uist und Barra entsteht das berühmte kratzige Streichgarngewebe. Wie das Land, so auch der Stoff: rau, hart, strapazierfähig. Harris Tweed knittert kaum, hält sehr warm und ist durch die vielfarbigen Garne gut zu kombinieren. Da das Material recht voluminös ist, eignet es sich bestens für Sakkos und Mäntel in legerer Form, von Hosen ist dagegen abzuraten.

 

DONEGAL TWEEDDonegal Tweed

Benannt wurde er nach seinem nordirischen Heimat-County Donegal, wo er noch heute gewebt wird. Bekannt ist der Donegal für seine farbigen Noppen, die dem locker gewebten Wollstoff sein typisches Aussehen verleihen. Zu den besonders beliebten Varianten zählt das Pfeffer-und-Salz-Muster. Der Donegal passt perfekt zu Jeans sowie Cord- und Flanellhosen in vielen Farbtönen. Obwohl er nicht allzu sehr kratzt, können wir Hosen aus dieser Qualität nicht empfehlen.