Harris Tweed gehört zu den ältesten Markenzeichen der Welt: Nur reine Schurwolle, die auf den Äußeren Hebriden gefärbt und von Hand gewebt wurde, darf das Siegel Harris Tweed tragen. Auf den schottischen Inseln Lewis, Harris, Uist und Barra entsteht das berühmte kratzige Streichgarngewebe. Wie das Land, so auch der Stoff: rau, hart, strapazierfähig. Harris Tweed knittert kaum, hält sehr warm und ist durch die vielfarbigen Garne gut zu kombinieren. Da das Material recht voluminös ist, eignet es sich bestens für Sakkos.

 

Cheviotschafe geben die Wolle für den Harris Tweed

 

Die Herkunft von Harris Tweed

 

Der Wind fegt über die grünen Hügel, die schweren Wolken hängen zum Greifen nah. Die Schafe kauen stoisch ihr Gras, während der nächste Regenschauer über die Insel zieht. Vier Jahreszeiten an einem Tag – die schottische Wetterregel gilt auch für die Äußeren Hebriden, die 50 Kilometer westlich des Festlands liegen. Hier scheint die Zeit stillzustehen, menschenleere Landschaften, kleine Dörfer und zahllose Schafe prägen das Bild der „Western Isles“, wie die Briten sie nennen. Vor allem Scottish Blackface und Cheviotschafe leben hier – aus ihrer Wolle entsteht der berühmte Harris Tweed.

 

Nur Farbstoffe aus der Natur werden verwendet


Die Rohstoffe für Harris Tweed

 

Seit vielen Generationen weben die Inselbewohner von Lewis, Harris, Uist und Barra in Heim- und Handarbeit den traditionsreichen Stoff. Er wird hier gefärbt, gesponnen, verarbeitet und ausgerüstet, den Namen Harris Tweed darf er nur tragen, wenn er den Anforderungen des 1993 festgelegten Harris Tweed Act entspricht.

Bereits 1910 wurde Harris Tweed als geschützte Marke anerkannt und ist noch heute wohl die einzige Textilie weltweit mit Herkunftsgarantie, die durch ein Parlamentsgesetz geschützt ist. Kleidungsstücke aus Harris Tweed erkennt man an dem eingenähten Label mit Reichsapfel, dem Markenzeichen von Harris Tweed.

Jeder Meter wird in Heimarbeit gewebt

 

Die Entstehung von Harris Tweed

 

Die Wolle der robusten Schafsorten wird im Frühsommer geschoren, gereinigt und in die Spinnereien geliefert – völlig steht die Zeit nicht mal hier still. Noch vor dem Spinnen wird die Wolle maschinell gefärbt, mit lokalen Rohstoffen wie Pflanzen und Flechten. Das Weben geschieht aber immer noch per Hand in Heimarbeit, das verlangt das Gesetz. Zurück in der Fabrik wird der fertige Ballen geprüft, gewaschen, gewalkt und gebügelt. Nach erfolgreicher Überprüfung durch den Inspekteur der Harris Tweed Authority erhält er den Stempel mit dem Reichsapfel, als Zeichen der Echtheit.


Der Stempel mit dem Reichsapfel steht für die Echtheit

 

Die Geschichte von Harris Tweed

 

Clo Mor, der große Stoff, heißt das Material in Gälisch, der Originalsprache der Inselbewohner, die hier noch viele sprechen. In früheren Jahrhunderten webten die Bauern ihn nur für ihren eigenen Bedarf, oder sie handelten die Ballen als Tauschware. Erst die Gräfin von Dunmore, Lady Catherine Murray, setzte sich ab den 1840ern für die Verbreitung von Harris Tweed im britischen Empire ein.

Im 20. Jahrhundert gehörte er unzertrennbar zum Brit-Look, man denke an Miss Marple oder Sherlock Holmes. Nach einer schwächeren Phase um die Jahrtausendwende erfreut sich das klassische Material wieder einer stetig wachsenden Beliebtheit. Auch XUITS hat Harris Tweed im Angebot – Maßkonfektion und traditionelles Handwerk passen einfach gut zusammen.

 

Harris-Tweed-Sakko nach Maß

Mantel aus Harris Tweed

Und hier ein Video zur Entstehung von Harris Tweed – aber Vorsicht: Der schottische Akzent ist nicht leicht zu verstehen!