Sommer im Anzug: So geht's

 

Hitzefrei für den Anzug im Büro können wir Ihnen leider nicht versprechen. Aber wie Sie sich bei hohen Temperaturen Linderung verschaffen, das erfahren Sie hier.

 

Der Sommer ist eine Zeit der modischen Gewagtheiten, Mut zum Risiko scheinen die Sonnenstrahlen dem schwitzenden Anzugträger zuzurufen. Hören Sie nicht auf sie! Experimentieren Sie mit knapper Bekleidung in Ihrer Freizeit, in Ihrem Urlaub, auf einer einsamen Insel. Alle Sandalen-, Shorts-, Tanktop-Abenteuer gehören in Ihr Privatleben– nicht ins Büro und nicht auf Youtube. Je nach Beruf kann es erforderlich sein, dass Sie auch bei 30° C mit Krawatte und Jackett im Büro sitzen.

Dabei haben die Benimm-Experten des Knigge im vergangenen Jahr die Business-Kleiderordnung gelockert: Männer dürfen jetzt im Sommer Jackett und Krawatte zu Hause im Schrank hängen lassen – vorausgesetzt, dass sie nicht mit Kunden in Kontakt kommen. Doch der einzige, der Ihnen wirklich diese Erleichterung verschaffen kann, ist Ihr Vorgesetzter – wenn er im Meeting das Sakko ablegt, haben Sie grünes Licht. So wie Barack Obama, der bei seinem Besuch 2013 am Brandenburger Tor den versammelten Berlinern bei 33° C sagte: „Es ist so warm, und ich fühle mich so wohl hier, dass ich mein Jackett ausziehen werde. Ich fordere alle auf, die das auch tun wollen, das jetzt zu tun. Wir können im Freundeskreis auch informell sein.“

Warm duschen und Schorle trinken

 

Falls Ihr Chef den Dresscode nicht so locker nimmt wie der Präsident der Vereinigten Staaten, bleibt Ihnen immer noch das Beherzigen unserer 18 Bekleidungstipps zum Coolbleiben.  

  1. Tragen Sie Kleidung aus leichten und luftigen Materialien, am besten aus Naturfasern in lockeren Schnitten. Zu eng = zu heiß. Der Luftzug an der Haut sorgt für Ventilation.
  2. Wählen Sie einen Anzug aus Baumwolle, verzichten Sie auf Futter und dicke Einlagen. Aber auch sehr feine Schurwolle (ab Super 140) ist ungefüttert sehr angenehm. Leinen knittert so stark, dass man Anzüge daraus trotz seiner kühlenden Wirkung nicht mit gutem Gewissen empfehlen kann. Polyester & Co? Auf keinen Fall, auch nicht als Beimischung.
  3. Helle Farben ziehen nicht so stark die Sonne an. Aber nicht übertreiben: Weiß als Anzugfarbe ist selten passend.
  4. Die bügelfreien Hemden mit Kunstfaseranteil sparen Sie sich für den Herbst auf, jetzt helfen locker gewebte Langarmhemden aus Baumwolle oder Leinen mit wenig Verstärkung im Kragen, um einen kühlen Kopf zu bewahren. Auch die Doppelmanschetten bleiben im Schrank. Krempeln Sie die Ärmel hoch, wenn es der Anlass erlaubt.
  5. An Kurzarmhemden scheiden sich die Geister: Manche Stilberater empfehlen sie, andere verteufeln sie. Mit Krawatte? Bitte nicht. Ein gut sitzendes Polohemd ist da meist die bessere Wahl, es darf allerdings weder beulig noch verwaschen sein.
  6. Shorts für Männer sind ein tragisches Thema. Ins Büro gehen Sie damit höchstens, wenn Ihr Chef auch welche trägt. Von uns haben Sie diesen Tipp aber nicht.
  7. T-Shirts mit oder gar ohne Ärmel waren und bleiben Unterwäsche. Und damit vor den Augen Ihrer Kollegen und Kunden verborgen.
  8. Unterwäsche: Alles, was einengt, lässt Sie auch schwitzen. Leichte Boxershorts, Slips aus feinen Naturmaterialien oder auch schnell trocknende Sportwäsche sind die richtige Wahl.
  9. Wadenlange Strümpfe müssen leider sein. Mit kleinen Füßlingen darf nur die Jeans-Fraktion auf die Straße. Modelle aus Bambusfasern haben sich bei Menschen mit stark schwitzenden Füßen bewährt, dünne Baumwolle ist auch gut, feine Seide teuer und angenehm, Wolle nur für Hartgesottene.
  10. Die Schuhe Ihrer Wahl sind leicht, selbstverständlich vorn geschlossen und aus Leder, als Innenfutter ist Leinen eine Wohltat im Sommer. Sandalen? No Way.
  11. Ob Auto, Bus oder Bahn: Verkehrsmittel sind meist sehr stickig. Deshalb tragen Sie auf dem Weg ins Büro ein anderes Hemd – so verschwitzt will Sie kein Kunde sehen.
  12. Ein Outfit zum Wechseln im Büro ist sowieso eine coole Idee: Wer kann, legt das Hemd vor dem Anziehen kurz ins Eisfach. Und auch ein zweites Paar Schuhe für die zweite Hälfte des Tages ist sehr angenehm.
  13. Fangen Sie den Tag gleich richtig an: Duschen Sie lauwarm! Auch wenn Ihnen eiskalt jetzt passender erscheint. Denn durch die Kälte ziehen sich die Poren zusammen, die Wärme wird schlechter abgeleitet und man schwitzt sogar noch mehr.
  14. Kaufen Sie sich ein Deo, das keine Flecken auf der Kleidung hinterlässt. Wenn Sie sehr stark schwitzen, können Sie stattdessen zu einem Antitranspirant greifen, das die Schweißmenge verringert. Rasierte Achseln reduzieren das Geruchsrisiko. Viele Asiaten schwören auf Körperpuder: einfach auf den schwitzende Stellen verteilen und geneßen – er wirkt wie ein Löschblatt und kühlt angenehm. Probieren Sie es aus! Auch gut bei feuchten Händen.
  15. Trinken Sie viel: Statt Kaffee besser Wasser oder eine Schorle, statt heißer Getränke besser lauwam. Warum? Es strengt den Körper noch mehr an, die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen. Dass Sie im Büro auch im Sommer keinen Alkohol trinken, versteht sich von selbst.
  16. Essen Sie nicht zu heiß. Denn auch heiße Nahrung muss der Körper auf seine Temperatur herunterkühlen, das kostet ihn Energie und bringt Sie noch mehr ins Schwitzen. Volle Teller, schweres und stark gewürztes Essen – im Sommer eher nicht. Vielleicht greifen Sie mittags jetzt doch lieber zum Salatbüffett?
  17. Lassen Sie sich Zeit und machen Sie sich keinen unnötigen Stress: Wenn es sehr heiß ist, sollten Sie alles ein wenig langsamer angehen. Planen Sie mehr Zeit ein, gehen Sie langsamer, gönnen Sie sich Ruhepausen. Gehen Sie morgens früher los, machen Sie mittags eine ausgedehnte Siesta wie die Spanier. Vorausgesetzt, Sie haben Gleitzeit.
  18. Droht der Kreislauf doch einmal schlapp zu machen, lassen Sie kaltes Wasser über Ihre Handgelenke laufen oder tauchen Sie Ihre Unterarme in kaltes Wasser. Auch ein kaltes Fußbad kann helfen – im Großraumbüro aber sicherlich nicht so gut umsetzbar.